Auf nach Galveston Island / Off to Galveston Island

Please use the google translator to read the article in english. It might be a funny translation, we are working on an english text 🙂

Tag 19

Grauer Himmel über Houston

Nach den herrlich blauen, sonnendurchfluteten Tagen der letzten Wochen stimmt uns das diesige Wetter und das baldige Ende unseres Abenteuers ein wenig melancholisch. Unser geplantes gemeinsames Frühstück scheitert an der zu stark befahrenen Hauptstraße, die es nur unter Lebensgefahr zu überqueren gilt. Deshalb lassen wir von diesem Vorhaben ab und beschließen Richtung Flughafen aufzubrechen um dort unseren am Vorabend gebuchten Leihwagen abzuholen. Die Fahrt durch die Metropole Houston gestaltet sich unproblematisch, da wir Gottseidank in keinen Stau geraten. Wir kommen circa nach einer Stunde auf dem Rental Car Parkplatz an und die Mädels ziehen los um das Mietauto in Empfang zu nehmen.

Nun geht es zügig weiter Richtung Galveston Island, wo wir uns am Vorabend ins Days Inn eingebucht haben. Diese letzte Fahrt stimmt uns alle etwas traurig, insbesondere weil nur noch B.G. der Busfahrer und zwei weitere Crew-Mitglieder im Fahrzeug sitzen, da Chipy und ich den Mietwagen fahren. Big Nose rollt wie ein Dinosaurier zwischen den neuen Fahrzeugen Richtung Houston’s Downtown Skyline. Der verblasste blaue Schulbus sticht zwischen den ganzen neumodischen Autos sofort ins Auge. Jetzt wo ich hinter Big Nose herfahre, erlebe ich, wie uns die anderen Verkehrsteilnehmer gesehen haben müssen. Ich schmunzle. Die Fahrt geht rasant 🙂 Richtung Meer. Wir passieren „Tiki Island“… dessen Name uns Lust auf Sonne, Strand und Meer macht. Erwartungsvoll rollen wir auf Galveston Island ein … und sind erst einmal sehr enttäuscht, da auch hier die Ölindustrie ihre dunklen Finger in die eigentlich schöne Landschaft gegraben hat. Aber auch hier hat der Hotelgott es gut mit uns gemeint und so führt uns unser Weg fort von der tristen Umgebung hin zum freundlichen Seawall Boulevard. Hier erwarten uns einladende Geschäfte und Restaurants auf der einen, und ein langer feinsandiger Strand und das schäumende Meer auf der anderen Seite.

Erstmal ankommen und erholen.

Die letzten Meilen brummt Big Nose dem Ziel entgegen um dann endlich nach 2.900 Meilen (4.000 km) ein paar Tage Ruhe zu finden. Auch wir freuen uns auf ein paar Tage Erholung nach den Strapazen, die man in Worte kaum ausdrücken kann. Wenn ich mir die unendlichen Fotos so anschaue, kommt es mir vor wie in einem Traum, denn die drei Wochen sind so schnell vergangen. Der Betrachter kann sich nicht vorstellen, welche Strapazen, Anstrengungen und Entbehrungen sich hinter unserer Reise verbergen. Wir sind stolz auf uns, dass wir diese Herausforderung, die aus einer Fantasterei einen extravaganten Band-Bus haben zu wollen, geboren wurde, bestanden haben.

Big Nose braucht noch Dokumente für die Überfahrt.

Doch es bleibt nicht viel Zeit sich über solche Nichtigkeiten Gedanken zu machen. Diesmal müssen wir keine Meilen schaffen, sondern Papierkram erledigen. Unser Shipping-Agent Javier Siller von Horizon Auto Shipping Inc. erwartet uns bereits, um die Zollabfertigung für die er den Original „Titel“ (Fahrzeugbrief) benötigt, bearbeiten zu können.
Das Büro liegt auf halber Strecke nach Houston City, welches wir nach gut 30 Minuten Fahrt erreichen. Wir finden einen freundlicher Gebäudekomplex vor und eilen schnell zu dem Eingang des Office. Die Tür ist offen und so betreten wir den Raum, in dem vier Mitarbeiter fleißig an ihren PCs arbeiten. Wir werden freundlich begrüßt und gebeten zu warten bis Javier für uns Zeit hat. Man reicht uns Getränke und wir können unsere spannende Geschichte erzählen, die von staunenden Gesichtern aufgenommen wird. Die Formalitäten werden in kürzester Zeit erledigt, und wir erhalten unsere Boarding Number sowie die Adresse, wo wir uns am Donnerstag einzufinden haben: „K“ Line America Galveston Pier 39.
Zur Erinnerung an unseren Aufenthalt bei Horizon Auto Shopping Inc. schieße ich noch ein nettes Erinnerungsfoto.
Jetzt beginnt der Urlaub – nein, noch nicht ganz, denn wir möchten gerne die oben genannte Adresse vom Hafen mit dem Mietwagen aufsuchen, um nicht mit Big Nose am Abgabetag herumirren zu müssen. So machen wir uns auf den Weg Richtung Meer. Unser Navi ist mit der Eingabe nicht ganz einverstanden und so geben wir eine Ersatzadresse ein. Bei über 6000 Hausnummern ist es nicht so einfach die Nummer 3701 zu finden, vor allem, wenn zwischen 2180 und 6340 ein Riesen Loch klafft. Wir irren umher. Fast alle Wege sind ausgeschöpft, nur eine schlecht asphaltierte Straße, die über zehn Bahnschwellen führt, bleibt noch übrig. Eine dunkle Gegend tut sich auf – ob wir hier richtig sind? Eine Szenerie wie in einem Horrorfilm tut sich auf: menschenleere Gelände, auf denen heruntergekommene Hallen stehen, und das trübe Licht des scheidenden Tages tut sein übriges dazu. Wir tasten uns vorsichtig weiter. Verladekräne sehen im fahlen Licht aus, wie unheimliche Monster, und so bin ich froh, dass ich eine 37 auf einer großen Steinwand erblicke. Ich fühle es, wir sind ganz nah. Und tatsächlich, auf 37 folgt 38 und glücklich stehen wir nach weiteren 100 Meter vor der Einfahrt zum Pier mit der Nummer 39. Dieses wir von einem Police Officer bewacht der in einem hellbeleuchteten Wachhäuschen sitzt. B.G. beschließt den Gang in die Höhle des Löwen. Mit dem freundlichsten Gesicht, das er aufsetzen kann, begibt er sich Richtung Eingangstür, in der er für gut fünf Minuten verschwindet. Wir atmen schwer. Endlich erscheint er sichtlich erleichtert und mit erhobenem Daumen. Auch diese Hürde wäre geschafft, bleibt aber noch die letzte, die uns umso mehr Kopfschmerzen bereitet: was sagt der amerikanische Zoll zu einem 1952er GMC Bus mit einem Sofa als Innenausstattung und dem von dem Wüstenbus ergatterten Altteilen? Doch dazu bald mehr…

Text: Bonnie & Team 

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