Mit der Dampflok durch die Berge Colorados

Eine Fahrt in die Vergangenheit

Please use the google translator to read the article in english. It is a funny translation 🙂

 

Durango, Colorado. Der Wecker klingelt um halb sechs morgens. Duschen, frühstücken, los. Viel zu früh sind wir am alten Bahnhof, wo wir tags zuvor unsere online reservierten „Souvenir-Tickets“ für die Zugrundfahrt mit der Durango–Silverton Narrow-Gauge Railroad abgeholt hatten.
Die Lokomotive mit den vielen Wagons steht schon bereit und die Leute suchen nach den Wagon-Nummern und ihren festgelegten Sitzplätzen. 7:20 Uhr, es ist noch ganz schön frisch und ungemütlich, so steigen wir nach ein paar Fotos schnell ein. Ich hätte eigentlich gerne im offenen Wagen gesessen, aber dreieinhalb Stunden Fahrt bis Silverton und nochmal dreieinhalb Stunden zurück – da entschieden wir uns doch für das geschlossene Abteil.

 

Die Zweier-Sitzbank ist recht schmal, das Abteil noch kühl von der Nacht, ich mache es mir am Fenster bequem. Nach und nach füllen sich die Plätze und ehe wir uns versehen, sind wir von Silberköpfen umzingelt und bringen den Altersdurchschnitt aus dem Gleichgewicht.

 

Pünktlich um acht Uhr ertönt das laute, kräftige Signal der alten Dampflok, die sich wuchtig in Bewegung setzt. Schritt für Schritt zieht jeder Wagon mit und mit aller Kraft schieben wir uns vom Bahnhof weg durch die historische Altstadt von Durango.

An jeder Kreuzung und an jedem Campingplatz macht sich die Lok bemerkbar – und weckt auch den letzten schlafenden Hund. Langsam tuckern wir Richtung Berge und bohren uns an ihnen hinauf. Der stilecht gekleidete Schaffner begrüßt unser Abteil, nach ihm folgt die mit Latzhose bekleidete Kaffeedame mit warmen 5-Dollar-Souvenir-Decken unter dem Arm. Einen heißen Kaffee im Restaurant-Abteil würden wir gleich einnehmen wollen.

 

Gemächlich und mit viel Dampf zieht sich die Lok weiter den Berg hinauf und legt in Rockwood einen kurzen Zwischenstop ein, um Passagiere und Wanderer aufzunehmen. Danach geht es durch atemberaubende Landschaften, nahe an der Klippe vorbei. Klare Bergflüsse strömen mit uns durch Wald und Gestein, begleiten uns mal in der Nähe, mal in der Ferne.

 

Kurz vor Silverton gibt einen weiteren Zwischenstopp: die Lok muss ganze 5.000 Gallonen Wasser nachtanken. Das geht erstaunlich schnell, so dass wir uns augenblicklich wieder in Bewegung setzen. Nach dreieinhalb Stunden ratternder Zugfahrt erreichen wir das auf 2.837 Metern gelegene Silverton, das in den 1870er Jahren nach Silberfunden gegründet wurde. In den 1960ern wurde Silverton als National Historic Landmark anerkannt. Die Stadt ist klein, ein paar Straßen mit historischen Gebäuden ganz im amerikanischen Westernstil. Während der Zug täglich hunderte Touristen in den kleinen Ort bringt, haben Restaurants und Souvenir-Shops viel zu tun und sich auf die Menschenmengen eingestellt.

 

Nach zwei Stunden Aufenthalt geht es mit der Dampflok denselben Weg zurück. Nun sehen wir endlich die Landschaften, die wir auf der Hinfahrt verpasst haben. Wie aber hat sich der Zug nur gewendet in der Sackgasse Silverton? Wir sind erstaunt und fotografieren das dampfende Koloss von allen Seiten.

 

Das Schaukeln der Hinfahrt, das leckere Mittagessen und das mittlerweile warme Wetter haben uns müde gemacht. Relaxed und glücklich tuckern wir im Seniorenabteil nach Durango zurück und genießen die Weite, die Sonne und die atemberaubenden Panoramen.

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2 COMMENTS
  • Frank Theede 2016-09-27

    Hallo Ihr beiden,

    wiedereinmal tolle Fotos ich bin beeindruckt und könnte sofort losfahren.

    Dancer

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