Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, der Bus wartet.

Monatelang verfolgte Bela Angebote von alten Bussen im Internet. Glücklicherweise geht das heute alles ganz einfach, ich kann mir bereits auf Google ansehen, was der Schrottplatz im Niemandsland da rumstehen hat. Mittlerweile weiß aber auch jeder Schrottplatzhändler, welchen Wert an Fahrzeugen oder Teilen er besitzt und anbieten kann. Die Zeit der Scheunenfunde ist lange vorbei.

Doch wir hatten Glück! Gesucht – gefunden. Bela entdeckte den alten GMC Schulbus von 1952 auf Dan´s Schrottplatz in Kennewick im Washington State. Zeit verging bis Dan antwortete. Die Schweißperlen standen Bela tagelang auf der Stirn, bis endlich die ersehnte Antwort kam. Dan wollte gar nicht glauben, dass er ihn ernsthaft kaufen wolle. Seine erste Frage war: „Ihr seid doch aus Deutschland – wollt ihr den Bus wirklich haben?“

Aber ein Mann, ein Wort. Nach mühseliger Überzeugungsarbeit war Dan bereit Bela einen Kaufvertrag zuzuschicken. So schnell es ging, wurde via PayPal der Betrag überwiesen und tatsächlich, am Folgetag, erhielt Bela eine Kopie des „Titles“ und konnte nun nicht mehr zurück. Da der Zustand des Busses alles andere als neuwertig ist, brauchte Bela Hilfe.

Im November 2015 saßen Bela (B.G), Alex (Chipy), Ruud (Rudy), Uli (Miss Brown), Frank (Dancer), Carsten (Bowl-O-Rama) und ich (Bonnie) das erste Mal zusammen um die Idee zu konkretisieren. So fassten wir den Plan den Bus gemeinsam abzuholen. Da wir alle berufstätig sind, einigten wir uns auf drei Wochen und buchten die Flüge. Amsterdam – Seattle. Von dort aus geht es am 24. März in das vier Stunden entfernte Kennewick.

Die Idee begeisterte uns immer mehr und alle anderen, denen wir davon erzählten. Unsere Vorbereitungen laufen seither auf Hochtouren. Vieles musste und muss noch organisiert werden. Denn unser Plan setzt voraus, dass wir den Bus, der seit vielen Jahren, wahrscheinlich Jahrzehnten, sein Dasein auf Dan´s Schrottplatz fristete, innerhalb von nur 7 Tagen wieder fahrbereit bekommen! Wenn das klappt, haben wir 14 Tage Zeit diesen alten Schulbus ganze 4.000 Kilometer runter bis nach Houston, Texas, zu fahren. Ohne Mietwagen. Im Bus. Im leeren Bus. Am Hafen bei Houston wartet das Schiff, mit dem unser Bus nach Europa gelangen soll.

Es stellten sich viele Fragen, wie „woher kriegen wir Werkzeug?“, „wo können wir arbeiten?“ oder „wie kriegen wir den Motor getauscht?“. Den „neuen“ Motor (1952) hatte Bela ebenfalls online gekauft und bereits zu Dan liefern lassen. Als nächstes haben wir einige Auto-Clubs in der Umgebung angeschrieben, die Idee vorgestellt und nach Unterstützung gefragt. Dabei sind wir auf den Tri-City Military Vehicle Club gestoßen und bekamen promt eine Rückantwort. John, der Präsident des Clubs, war total begeistert von der Idee und bat sofort seine Hilfe an. Er kenne Dan und habe sich den Bus schon angesehen. Aber nicht nur das – nach einigem Schriftverkehr bot er uns an seine Halle mitsamt Werkzeug nutzen zu dürfen. Was für ein Glücksgriff!

Da John Elektriker/Mechaniker bei der Army ist und auch privat seiner Leidenschaft für militärische Fahrzeuge nachgeht, ist er die professionellste Ergänzung, die wir uns nur vorstellen können. Gestern hat er unseren Schulbus bereits vom Schrottplatz zu sich geholt und mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet. Wir sind ganz verliebt in unseren blauen Bus, sehen aber auch die Arbeit, die noch zu machen ist…

Kriegen wir den Bus in 7 Tagen zurück auf die Straße?
Und kommen wir je in Texas an?

Gestern hat John unseren Schulbus vom Schrottplatz in seine Halle geholt.

Der Innenraum. Schon gesäubert aber leer. Wo sollen wir sitzen?

Der alte Motor von 1952.

Sorry, schon verkauft 😉 | Foto: Dans Garage

Anprobe in XL. Stilgerecht in Corporate Fashion. Arbeitsanzüge aus den 1940ern.

Die Anzüge müssen „gebrandet“ werden. Die Schablone für das Bemalen der Anzüge lieferte uns Nina Witte von „deine strecke“ 🙂 Danke!

Da steht er trocken und wartet auf uns. In 3 Wochen dann sind wir da.

Ein neuer Fahrersitz ist bereits bestellt. Kommt er rechtzeitig an?

Der neue Motor von 1952.

Unser Bus inmitten von Blech. | Quelle: Google Earth

Wenn dann richtig! B.G., Rudy, Dancer, Miss Brown, Chipy und Bonnie.

Auch Vorbereitungen machen Spaß, vor allem bei dieser schönen Aussicht. Gute Freunde, Sonne, blauer Himmel und alte Karren – ein Traum!

Das Abenteuer beginnt also jetzt bei JOHN in Benton City … Looking forward meeting you and your family, John. 🙂 Just 3 weeks.

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1 COMMENT
  • Chipy 2016-04-24

    …so sah Big Nose auf und jeder hat wahrscheinlich gedacht, der fährt im Leben keine 4000 km… Also, ohne Johns Werkstatt und ohne den schnellen Motorersatz wäre es wahrscheinlich wirklich schwierig geworden, aber Big Nose wollte auch wieder leben. Bei dieser guten Betreuung und liebevollen Zuneigung von uns, konnte er ja auch gar nicht anders. Ich freue mich schon sehr darauf in bald wieder zu sehen! 😀

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