Big Nose ist auf dem Weg nach Deutschland / Big Nose is on the way to Germany

Please use the google translator to read the article in english. It is a funny translation 🙂

 

Big Nose on Board

Seit einer Woche sind wir bereits wieder Zuhause in Deutschland. Es ist alles so unwirklich. Fotos gucken, die Berichte und Kommentare lesen und das Schwelgen in Erinnerungen versüßen uns den Arbeitsalltag und das graue Aprilwetter. Doch am Dienstag steckt mir ein dicker Kloß im Hals.

 

Edgar, den wir auf unserer Reise kennengelernt haben und der in Houston lebt, schickt uns von dort ein Video. Das Video zeigt, dass es in Houston so stark geregnet hat, dass die Straßen bis zum Verkehrsschild unter Wasser stehen. Oh je, sofort mache ich mir Gedanken was jetzt mit Big Nose passiert. Der arme Kerl steht mutterseelenallein am Hafen in Galveston, unweit von Houston entfernt. Direkt am Wasser. Oder schlimmer vielleicht: unter Wasser?

 

Wir sind alle nervös und ich teile unsere Sorge bei Facebook. Lisa, die wir im Rockabilly Shop „Haunted Heels“ in Kemah kennengelernt haben, bietet an, nach Big Nose zu sehen. Doch, wir erinnern uns wie schwer es war auf das Hafengelände zu kommen, wird das leider keine Option sein. Wir zittern weiter, hoffentlich ist mit Big Nose alles in Ordnung. Ganze 26 Jahre hat der Kerl sein stilles Dasein gefristet, wurde dann von uns zum Leben erweckt und musste sämtliche Arbeitsprozesse über sich ergehen lassen. Dann hat er uns tapfer über 4.000 Kilometer (2.570 Meilen) quer durch Amerika gefahren und jetzt wird er von der Flut weggespült? Die Horrorszenarien kreisen durch meinen Kopf… Bei Google suche ich nach den aktuellen Wettervorkommen und gebe die Suchwörter „Flut“, „Überschwemmung“ und „Galveston“ ein. Aber das macht es nicht besser, denn die Suchergebnisse zeigen mir die große Sturmflut, den „Great Galveston Hurricane“ von 1900, der tödlichste Hurricane in der US-Geschichte. Na prima.

 

Die Tage vergehen, hier und da bekommen wir mit, dass es in Houston immer noch regnen soll, tappen aber weiter im Dunkeln, was jetzt mit Big Nose los ist. Ist er vielleicht schon verladen und macht es sich unter Deck des Schiffes gemütlich? Wir wissen es nicht. Ich bitte B.G. noch einmal bei der Firma nachzufragen, über die der Transport versichert ist.

 

Am Freitag bin ich abgelenkt, ich schreibe den Bericht über den letzten Tag am Hafen, als wir Big Nose zum Pier 39 gefahren und uns von ihm verabschiedet haben. Hach, ein Seufzer. Big Nose ist mir ganz schön ans Herz gewachsen. Für mich haben diese alten Fahrzeuge eine Seele. Das mag nicht jeder so sehen oder verstehen. Aber ich glaube, dass es unseren Lesern genauso geht wie uns und alle mitfiebern. Das beruhigt mich.

 

Dann ein Aufschrei am Sonntagmorgen! Und die Erlösung: „Ich habe eine eMail bekommen, ich habe eine eMail bekommen!“ Jodelnd und quietschend laufe ich ins Wohnzimmer, wo mein Mann schon mit dem Frühstück auf mich wartet: „Ein netter Hafenarbeiter aus Galveston hat mir geschrieben!“.
Es ist James Atteberry, der mir die kurze Zeile schreibt „Hallo, mein Name ist James und wir haben Euren Truck heute Abend verladen.“ Ich scrolle die eMail hektisch weiter nach unten und entdecke drei Fotos von Big Nose, wie er im Bauch des großen Schiffes auf seinem Platz steht. Hach, schöner kann der Tag gar nicht beginnen. Big Nose ist in Sicherheit, es geht ihm gut. Ich freue mich riesig, dass James mitgedacht und sichtlich Spaß an Big Nose gefunden hat. Mit einem breiten Lächeln posiert er, mit meinem Visitenkärtchen (ich hatte einen kleinen Stapel auf dem Sofa liegen lassen), genau am kleinen Schiffchen in unserer Reiseroute, die ich vor kurzem noch an der Busseite aufgemalt hatte. Man sieht, dass Big Nose sich wohl fühlt.

 

Sofort antworte und bedanke ich mich und frage, ob ich die Fotos für meinen Blog verwenden darf, ob es Probleme mit dem Bus gab  und ob er denn von den Überschwemmungen betroffen war. Am nächsten Tag erhalte ich auch schon eine freundliche Antwort von James. Seine Auskunft, dass sich die schwersten Überschwemmungen auf den Nord/West Bereich von Houston ausgewirkt haben, nicht aber auf Galveston, beruhigen uns alle sehr. James und seine Kollegen sind neugierig, was mit Big Nose weiter passiert und würden ihn am liebsten auf unserer gemütlichen Couch auf seiner Reise nach Deutschland begleiten. Da dies natürlich nicht geht, bleibt immerhin noch mein Blog. Denn die Geschichte um Big Nose geht selbstverständlich weiter. Spätestens, wenn wir ihn Ende Mai in Bremerhaven abholen können …

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5 COMMENTS
  • Frank Theede 2016-04-28

    Mr. James Atteberry you are a hero. You took care of Big Nose and filled my heard with joy.
    Nice Foto with you side of Big Nose.
    Dancer

  • Michael Fromkorth 2016-04-26

    ohhhhh. das liest sich ja fast wie ein happy end. Leider kann ich keine Bilder finden

    • Michael Fromkorth 2016-04-27

      jaaaaaa. Ich kann die Fotos jetzt sehen. Wie geil ist das denn. Ich glaube Big Nose ist in guten Händen

  • Chipy 2016-04-26

    Das ist soooo cool, die Visititenkarten waren eine der besten Investitionen des Trips. Es ist echt super, dass sich alle so toll um unseren großen Freund gekümmert haben, hoffentlich geht das in Bremehafen so weiter, damit wir ihn unversehrt endlich nach HAuse bringen. 😀

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