Big Nose und der höchste Berg von Texas / Big Nose and the highest mountain of Texas

Please use the google translator to read the article in english. It might be a funny translation, we are working on an english text 🙂

Tag 16

Der Abstecher nach Mexico

Samstag in Deming. Rudy leidet immer noch, die Ärzte haben Wochenende und das normale Ibuprofen bringt keine Besserung. Miss Brown erhält den Tipp in die Pharmacia nach Paloma, Mexico, zu fahren. Dort gibt es Medikamente, die normalerweise verschreibungspflichtig sind auch ohne Rezept. Also nehmen wir den kleinen Umweg in Kauf und fahren zur mexikanischen Grenze. Aus Angst, dass Big Nose bei der Rückkehr in die USA von den unzähligen Grenzpatroulien auf den Kopf gestellt wird, parken wir ihn auf einem öffentlichen Parkplatz direkt vor dem Grenzübergang im Niemandsland vor einem Duty Free Shop. Während Chipy, B.G. und ich das Deluxe-Frühstück in einer Picknick Area zubereiten (Toastbrot, Butter, Erdnussbutter, Wurst, Obst und Orangensaft), wandern Miss Brown und Rudy über die Grenze zur direkt dahinter liegenden Pharmacia del Rio. Uns fällt auf, dass hier viele amerikanische Senioren das gleiche vorhaben wie unsere beiden… sich mit billigen Medikamenten eindecken. Was man nicht alles erlebt mit Big Nose….

Howdy Texas!

Von der mexikanischen Grenze geht es, mit den hoffentlich wirkenden Arzneimitteln an Board, weiter Richtung El Paso, Texas. Wir erreichen ganz unspektakulär die texanische Grenze und El Paso gegen Mittag. Bauarbeiten verursachen einen langen Stau auf der Interstate, die wir leider ein Stück weit fahren müssen. Das langsame Voranschieben auf der Autobahn tut dem Getriebe (und dem Busfahrer) gar nicht gut und sorgt für Stress. Wir nehmen die nächste Ausfahrt und versuchen unser Glück quer durch El Paso. Hier erwartet uns dafür eine rote Ampel nach der nächsten. Wie anstrengend!

El Paso zieht sich wie Kaugummi, irgendwann sind wir glücklicherweise auf dem Highway 180 angekommen. Wie sollte es anders sein… wir haben schon wieder Berge vor uns … und ein Kontrollpunkt der Einwanderungsbehörde. Ein Beamter, der zunächst recht skeptisch unseren alten Bus beäugt, entpuppt sich als freundlicher Grenzer, der sich brennend für unsere Story interessiert. Nach einer kurzen Befragung und Kontrolle unserer Pässe, bekommt er sofort unsere Flyer zugesteckt. Puh, das war spannend.

Es ist heiß, denn nach der Grenzkontrolle kommt eine lange Zeit gar nichts. Einfach nichts. Ab und zu ziehen Häuser an uns vorbei, man weiß nicht, ob diese bewohnt sind oder schon lange leer stehen. Dann ein ausgetrockneter Salzsee hinter Dell. Sonst nichts. Uns fallen schon wieder die Augen zu, nur der Busfahrer fährt und fährt und fährt. Das Brummen von Big Nose wiegt uns in den Schlaf. Es ist einfach so schön bequem auf der alten Couch.

Big Nose und der höchste Berg von Texas

Die Meilen fliegen vorbei. Hier erlebt man die unendlichen Weiten der USA, die aber leider auch ab und zu von einem Berg unterbrochen werden. Hinzu kommt, dass unser Berg der höchste von Texas ist (8751 Fuß).
Die Sonne tritt bereits ihren Rückzug an, das Panorama ist wunderschön – bis wir begreifen, dass unser Weg genau über diesen Berg führen wird.
Wer hat uns eigentlich gesagt, dass die schwierigsten Berge und Steigungen zu Beginn unserer Reise liegen???

Kurz bevor es den Berg hinauf geht, gönnen wir Big Nose, dessen Temperaturanzeige mittlerweile bei 210 Fahrenheit steht, eine Verschnaufpause. Der fleißige Kerl muss sich dringend abkühlen, bevor wir die Steigungen erklimmen können. Um das Kühlwasser zu kontrollieren, heben die gewaltige, blaue Nase nach oben. Fast zwei Liter hat der arme Kerl ausgeschwitzt.

Ein freundliches Paar aus Missouri, das auf der Durchreise ist, hält an und erkundigt sich nach unserem Befinden. David ist selbst Mechaniker und interessiert an unserem 1952er Bus. Ein Blick auf den Motor und ein nettes Gespräch später, machen sich David und seine Frau wieder auf den Weg.

Wir schließen die Haube von Big Nose. Jedem von uns ist die Spannung ins Gesicht geschrieben – wird Big Nose anspringen?
Ja, natürlich springt Big Nose an. Der Kerl lässt uns nicht im Stich.

Im Schneckentempo kämpft sich Big Nose mühselig im 2. Gang in die Guadalupe Mountains vor. Wenn er versagt, wird uns wohl hier so schnell keiner helfen kommen. Der Motor heult, das Getriebe ächst und immer mit einem Blick auf die Temperaturanzeige schaffen wir die Überfahrt nach 30 Minuten. Nun geht es endlich bergab und entspannender fahren wir Richtung Orla. Die anstrengende Bergtour hat unsere Kraftstoffreserve extrem minimiert, und so hoffen wird, dass wir in der weiten Ebene schnellstmöglich eine Tankstelle (für die Mädels mit Toilette finden).

Industrieromantik

Die Tanknadel liegt schon fast auf dem Nullstrich, so dass wir befürchten müssen liegen zu bleiben. Auch den letzten Tropfen Kraftstoff haben wir bereits aus unserem mitgebrachten 20-Liter-Benzinkanister gequetscht. Es wird eng. Wir sehen Lichter. Die Sonne senkt sich immer mehr und es wird diesig.

Orla ist in Sicht, aber eine Stadt ist das hier nicht. Orla ist eher ein Arbeitsplatz der Ölindustrie. Viele riesige Tankwagen kreuzen unseren Weg. Selbst unser Big Nose erscheint da klein. Wir fragen bei ein paar Arbeitern nach, wo sich die nächste Tankstelle befindet. Haben wir Glück?
Durchatmen… eine Tankstelle gibt es zwar nicht aber mitten auf einer Asphaltfläche stehen sämtliche Zapfsäulen, wir sind gerettet. Gut für Big Nose, schlecht für uns Mädels, da keine Toilette in Sicht ist. Jetzt hilft nur die traditionelle Weise – wo ist der nächste Busch?
Beim … entdecken wir Überreste eines alten Chevys von 1948. Schnell ist der Schraubenzieher zur Hand und zwei brauchbare Teile landen in unserem Kofferraum 🙂

Als sich Big Nose wieder in Bewegung setzt, ist die Sonne mittlerweile untergegangen und der farbenprächtige Himmel zeichnet ein Bild der Industrieromantik ab. Überall riecht es nach Öl, alle paar Meilen steht eine Ölförderungsanlage, Trucks ziehen an uns vorbei, sonst ist hier nichts.

Wir rasen im Dunkeln über eine holprige Piste weiter unserem Ziel entgegen. Irgendwo vor uns im Nichts liegt die Stadt Pesco, die wir erschöpft nach einer Stunde Fahrt erreichen. Auch hier erkennt man die Schatten der Ölindustrie. Western-Romantik sieht anders aus.

Wir suchen nicht lange und nehmen das erstbeste Hotel. Der Hunger treibt uns zum fußläufig erreichbaren Denny’s Diner. Über die Straße, links an der Tanke vorbei, über den Trucker Parkplatz. Hunderte Trucks stehen hier über Nacht. Die Motoren laufen und brummen fast im Einklang. Sicher können die LKW Fahrer ohne das Brummen in ihren Kojen gar nicht mehr schlafen. Wir wandern durch die von Trucks gesäumte Allee, hier und da schert ein Truck aus, wir müssen Acht geben, nicht übersehen zu werden, es ist mittlerweile stockdunkel.
Nach einem entspannten Abendessen im Diner fallen wir erschöpft in die Betten. Auch ich bin zu müde, der Blog muss warten…

Morgen ist Sonntag, dann sind wir schon seit einer Woche auf der Straße und haben die Hälfte der Meilen bereits geschafft. Toll gemacht, Big Nose!!!! Wie die Zeit vergeht…

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1 COMMENT
  • Chipy 2016-04-24

    Welch aufregender Tag… da versuchen wir für Big Nose nur das Beste zu organisieren und stehen prompt vor dem höchsten Berg in Texas, nachdem wir ihn schon durch die Hitze gescheucht haben (zum Glück hatte B. G. jederzeit Augen und Ohren offen und hat sein Schnaufen und die Bitte nach einer Pause erhört)… und dann verdurstet der arme Kerl noch fast., ich glaub an diesem Tag war er echt froh als er endlich schlafen durfte 😮 Wahrscheinlich hatte deshalb der Busgott am nächsten Tag so ein tolles Geschenk vorbereitet! 🙂

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